Krampfadern vorbeugen, aber wie?

Krampfadern und Besenreiser sind weit verbreite Venenleiden. Am häufigsten treten die Beschwerden an den oberflächigen Beinvenen auf. Leider handelt es sich nicht, wie oftmals angenommen, um ein rein kosmetisches Problem. Krampfadern können das Risiko von Thrombosen und Embolien erhöhen. Deshalb ist es wichtig, bereits früh mit der Vorsorge zu beginnen.

Dazu erfahren Sie hier alles, was Sie wissen müssen. Als Dermatologin mit eigenem Venen-Kompetenzzentrum gebe ich Ihnen Tipps, wie Sie Krampfadern vorbeugen oder besser gesagt, ihre Bildung hinauszögern können.

Was sind Krampfadern?

Allgemein sind Krampfadern erweiterte und knotig veränderte oberflächliche Venen, die sich meist sichtbar wie kleine Beulen an den Beinen entlang schlängeln. Dabei haben sie wenig mit einem Krampf zu tun, sondern ihr Name leitet sich vom mittelalterlichen Wort Krummadern ab.

Viele Menschen haben eine vererbte Veranlagung zu Bindegewebs- und Venenschwäche. Häufig neigen sie dann auch zu Krampfadern. Entsprechend unterscheidet man zwischen einer primären und sekundären Varikosis, das medizinische Fachwort für Krampfadern. Erstere tritt am häufigsten auf und es handelt sich sozusagen um eine angeborene Venenwandschwäche.

Wogegen die sekundäre Varikosis anderen Erkrankungen zugrunde liegt. Zum Beispiel können Blutstaus und Verstopfungen in den tieferen Venen dazu führen, dass oberflächliche Venen überlastet werden. Infolgedessen erschlaffen diese und es kommt schneller zu Krampfadern.

Entgegen der landläufigen Meinung treten Krampfadern bei Männern ähnlich häufig wie bei Frauen auf. Die Ursachen dafür sind sehr jedoch unterschiedlich. Risikofaktoren sind ein zunehmendes Alter, Übergewicht und bei Frauen auch weibliche Hormone und Schwangerschaft.

Wie erkenne ich Krampfadern?

Zwar steigt die Wahrscheinlichkeit von Krampfadern mit dem Alter, jedoch beginnen die Beschwerden häufig schon im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter. Demgemäß treten Krampfadern nicht über Nacht auf – erste Vorzeichen auf eine Venenschwäche sind schon früh zu erkennen:

  • Schwere, müde Beine vor allem in der warmen Jahreszeit
  • Geschwollene Knöchel und Unterschenkel – oft wegen Wassereinlagerungen
  • Besenreiser – kleine, erweiterte Venen
  • Spannung in den Beinen – zunehmend bei langem Sitzen oder Stehen

Auf alle Fälle ist es wichtig, bei den ersten Anzeichen schnell zu reagieren. Eine Venenvorsorgeuntersuchung ist sehr ratsam, um früh genug das Problem zu erkennen und eine drohende Operation verhindern zu können.

Wie kann ich Krampfadern vorbeugen?

Wie wir bereits erfahren haben, ist eine Venenschwäche oft durch eine persönliche Veranlagung bedingt. Das heißt, hatten Eltern und Großeltern bereits schwache Venen, ist das Risiko für ein Venenleiden doppelt so hoch wie normal.

Allerdings kann man auch bei einer erblichen Vorbelastung einiges tun, um die Venen zu stärken und somit zumindest zu einem gewissen Maß Krampfadern vorzubeugen:

  • Viel Bewegung und Sport unterstützen die Blutzirkulation und kräftigen die Muskelpumpe.
  • Beine ab und zu hochlagern, erleichtert den Venenklappen ihre Arbeit.
  • Kalte und warme Wechselduschen regen den Blutkreislauf an.
  • Gesunde Ernährung, da Übergewicht ein Venenleiden oft verschlimmert.

Achtung vor den Mythen!

Am Mythos, das Überkreuzen der Beine bzw. langes Stehen und Sitzen fördern das Entstehen von Krampfadern, ist nichts dran. Ebenso wenig führen Fußbodenheizung oder ein häufiger Saunabesuch zu erhöhtem Risiko.

Sind Sie durch Ihre Familiengeschichte bereits vorbelastet oder zeigen sich erste Anzeichen für Krampfadern, ist eine Venenvorsorge auch schon im frühen Alter absolut zu empfehlen. Diese hilft Probleme früh zu erkennen und eine geeignete Therapie festzulegen. Somit kann eine Operation im besten Fall verhindert werden.

Wie werden Krampfadern behandelt?

Die Behandlungen sind je nach Erkrankung sehr unterschiedlich. Das klassische Venenstripping (Krampfadern-Ziehen) führen wir in meinem Venen-Zentrum nur noch in seltenen Fällen durch.

Stattdessen setzen wir auf Varianten, bei denen keine Hautschnitte notwendig sind: die RFITT Methode und die Laserablation. Kleinere Blutgefäße behandeln wir mit einer Injektion. In unserer Praxis verwenden wir dafür eine ultraschallgesteuerte Schaumverödung.

Wiederum kleinere Gefäße, auch Besenreiser genannt, behandeln wir mit speziellen Lasern. Kurzum: die Venenvorsorge ist wichtig, um Venenschwächen vorzeitig zu erkennen und mit der richtigen Therapie Krampfadern vorzubeugen bzw. zu bekämpfen.

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